Reise in den Lockdown Mosers Creative Life Box

Reise in den Lockdown




Wir verließen den schönen Campingplatz Camping Tirana und orientierten uns in Richtung Süden. Unser Ziel für die nächsten 3 Wochen war Saranda. Eine Küstenstadt wenige Kilometer von der Grenze zu Griechenland entfernt. Wir wußten zu diesem Zeitpunkt nicht, dass gerade unsere Reise in den Lockdown begonnen hatte!

Lockdown Saranda Fischerhafen
Unsere Reise fand vorerst ein Ende im Süden von Albanien. Lockdown in Saranda! Gestrandet in einer Küstenstadt mit über 300 Sonntagen im Jahr.

Stadtstrand Saranda Lockdown Römische Mauer
Story.one

Attila erzählt gerne Geschichten. Spannende, lustige und lehrreiche Erlebnisse aus seinem und unserem Leben. Gelegentlich schreibt er sie auf oder berichtet in einem Podcast detailliert darüber. Kennst du die Storyteller - Plattform Story.one? Hier findest du zahlreiche Kurzgeschichten unter anderem auch von Attila. Hier ein paar Links zu den geschriebenen Gedanken von meinem lieben Ehemann. "Der Traum vom Reisen" und  "Reise in den Lockdown" auf Story.one

Fischerhafen Saranda City

Hafenstadt zwischen Gebirge und Küste

Langsam trudelten wir am Abend in Saranda ein. In unserem Apartment empfingen uns Nico und Efi recht herzlich. Ihre kleine familiär geführte Apartmentanlage heißt: Relax Apts Saranda. Wir trugen unsere wichtigsten Sachen inklusive unserem Reisekater Falko in die neue Unterkunft und ließen den Abend bei Pizza und albanischem Fernsehen ausklingen. Am nächsten Morgen richteten wir uns das Apartment gemütlich ein. Falko machte erste Bekanntschaften mit den Straßenkatzen und der Nachbarskatze. Mit unserem Zwillingskinderwagen bummelten wir endlich in die Stadt. Wieder in der Unterkunft angekommen berichtete uns Nico die neuesten Entwicklungen zum Thema Grenzschließungen.

Unglaublich aber wahr!

Niemand hätte  bis zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass es möglich sein würde, die ganze Welt in einen Lockdown zu schicken! Ich verlinke dir hier unsere fantastische Fahrt mit unserem Oldtimer - Wohnmobil. Von Tirana über die Ceraunian Mountains bis zur Küstenstadt Saranda. Eine wunderschöne Strecke!

Lockdown Fährhafen in Saranda
Der Fährhafen in Saranda
ist bei Touristen für die Strecke Korfu, eine griechische Insel und das albanische Festland bekannt. Viele Menschen nutzen diese Verbindung für einen Tagesausflug. Auf der Insel Korfu sind zahlreiche historische Gebäude aus dem 17.Jhdt. im venezianischen Baustil errichtet und können besichtigt werden. Kreuzfahrtschiffe nutzten den Hafen, damit ihre Touristen Butrint, das Unesco - Weltkulturerbe besichtigen können. Während der italienischen Besatzung im 2. Weltkrieg wurde der Hafen nach Mussolinis Tochter Porto Edda genannt. Heute leben rund 17.000 Einwohner in dieser Hafenstadt. Jährlich besuchen etwa 500.000 Touristen Saranda.
Ausgrabung Synagoge Saranda
Die Geschichte von Saranda geht weit zurück...
während der Völkerwanderung im Jahr 551 wurde Butrint und Saranda völlig zerstört. Im Mittelalter hatte diese Hafenstadt keine große Bedeutung. Jedoch gehörte Saranda ab dem 15. Jhdt. zum Osmanischen Reich. 1878 brannten Nationalisten der Insel Korfu die Stadt nieder. Im ersten Balkankrieg 1912 besetzten griechische Truppen den Ort. 1914 wurde Saranda wieder mit Albanien vereint. Im Jahr 1913 wurden nur 110 Einwohner gezählt. Viele Jahrzehnte lang war Saranda Opfer von internationalen Besatzungen. In den 50ern wurde es zum Badeort und Standort vieler Fabriken. In den 60ern lebten rund 8000 Menschen hier.
Die Küstenstadt im toten Winkel des Mittelmeers
Der wichtigste Erwerbszweig in den vergangenen 20 Jahren ist der Badetourismus. Zahlreiche antike Ausgrabungen kann man im Ort und der nahen Umgebung besuchen: Butrint, ein Unesco Weltkulturerbe, antike Stätte Phoinike, Mesopotam, die byzantinische Kirche Shën Kollë, die Ausgrabung einer Synagoge aus dem 5. Jhdt. uvm. Im einst atheistischen Staat Albanien unter dem Diktator Enver Hoxha (1908-1985) waren Religionen verboten. Heute lebt die muslimische Mehrheit mit den christlichen Minderheiten der Orthodoxen und Katholiken friedlich zusammen.
Leuchtturm Fischerhafen Saranda Albanien
Ganz ehrlich, wir hätten diesen weltweit ersten Lockdown nicht besser erwischen können. Wir fühlten uns in Saranda gut aufgehoben, obwohl wir mit Einschränkungen leben mußten. Und waren dankbar den Frühling an der Mittelmeerküste verbringen zu dürfen.

Unsere täglichen Eindrücke, Erlebnisse und Bilder haben wir in Videos auf Youtube, Einträgen auf Instagram und hier auf unserem Familienblog "Mosers Creative Life Box" gesammelt. Ich verlinke dir hier eine Übersicht.

Auf unserer Einreise und auf der Rückreise haben wir die Hafenstadt Durrës besucht. 

stillgelegter Militärhafen

Auf unserem Weg runter zum Meer kamen wir an einem stillgelegten Militärhafen vorbei. Jedoch war der Zutritt nur für Befugte. Wie wir von Einheimischen erfuhren, legen hier regelmäßig private Yachten an. Langfristig ist eine touristische Nutzung für diesen Stadtteil geplant.

Lockdown Saranda Stadtbummel

Die Regentage in diesen 3 Monaten konnten wir an einer Hand abzählen. Die Sonne tat uns richtig gut. Baden im Meer war schon super möglich, da es sommerliche Temperaturen hatte. Bevor wir wieder zum Apartment zurückkehrten, gingen wir immer am Minimarket oder beim Gemüsehändler vorbei, um noch Einholungen zu machen.

Privater Hotelstrand Saranda

Im nächsten Eintrag werden wir dich in unserem Familienalltag in Saranda teilhaben lassen. Wir sagen Dankeschön und freuen uns, dass du bis zum Ende gelesen hast. Unten haben wir dir unser Lockdown Video in Englisch verlinkt. Shihemi perseri (Wiedersehen) Anita, Attila, Adalbero, Aaron, Alisha und Ansgar! Bis bald!